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Slow PR statt Algorithmus-Stress: Die nachhaltige Kommunikationsstrategie für KMU und kleine Teams für 2026

Aktualisiert: 16. Jan.

Fühlst du dich von Social Media Trends, Marketing-Hypes und Informationsflut überfordert? Slow PR ist die Gegenbewegung der Kommunikation für den Mittelstand. Erfahre, wie du durch Substanz statt Lärm sichtbar wirst.



Geht es dir auch so? Du öffnest LinkedIn oder Instagram und sofort herrscht Lärm.


„Du musst täglich posten!“,

„Ohne dieses KI-Tool wirst du im Markt nicht bestehen!“

„Kaufe mein System für schnelle Reichweite!“


Als PR-Expertin beobachte ich eine massive Ermüdung – nicht nur bei Kommunikatoren, sondern besonders bei meiner Zielgruppe: Inhabern von mittelständischen Unternehmen und kleinen Teams, aber auch Selbstständigen und Gründern in der Startphase. Die Angst, digital „abgehängt“ zu werden, führt oft zu blindem Aktionismus.


Aber ich habe eine gute Nachricht für dich: Du musst da nicht mitmachen.


Hier mein Gegenentwurf zum hektischen "Höher, Schneller, Weiter".Die sogenannte Slow PR. In akademischen Diskussionen taucht die Idee einer Slow Communication oder Slow PR im Zusammenhang mit achtsamerer Kommunikation in einer schnelllebigen digitalen Welt auf. Es ist aber bislang kein offizieller Fachbegriff in der Public-Relations-Branche.


Was ist Slow PR?
"Slow PR" ist ein Kommunikationsansatz, der sich bewusst von der Schnelligkeit der digitalen Medien abgrenzt, indem er auf Qualität statt Quantität, langfristige Beziehungen statt kurzfristiger Hypes und authentische, tiefgehende Geschichten statt oberflächlicher Nachrichten setzt – eine nachhaltige PR-Strategie für eine komplexe Welt, die Wert auf menschliche Verbindungen legt und Technologie für ethische Zwecke nutzt. 

Kernprinzipien von Slow PR


  • Qualität vor Quantität: Fokus auf hochwertige, relevante Medienberichterstattung und Beziehungen, anstatt Massen-E-Mails oder Social-Media-Spam zu verschicken.

  • Nachhaltigkeit & Ethik: Einsatz digitaler Tools für ökologische und ethische Kommunikation, die Menschen in den Mittelpunkt stellt.

  • Beziehungsaufbau: Aufbau echter, persönlicher Verbindungen zu Stakeholdern und Medienvertretern, da Massenkommunikation nicht zu tiefen Beziehungen führt.

  • Tiefe statt Schnelligkeit: Wertschätzung von durchdachten Botschaften und Storytelling, die über den 24-Stunden-Nachrichtenzyklus hinaus Bestand haben.

  • Stille im Lärm: Bewusste Entscheidung gegen das laute "Schreien", um gehört zu werden, und stattdessen gezielte, leise Kommunikation. 


Slow PR in der Praxis


  • Personalisierte Ansprache: Statt Massen-Outreach werden Medien und Influencer mit maßgeschneiderten, relevanten Geschichten angesprochen.

  • Storytelling: Einsatz von Erzählungen, um Produkte, Personen oder das Unternehmen lebendig zu machen und eine langfristige Bindung aufzubauen.

  • Geduld und Weitsicht: Konzentration auf makroökonomische Ergebnisse und langfristige Erfolge statt auf kurzfristige Mikro-Gewinne. 


Kurz gesagt: Slow PR ist die bewusste Abkehr vom "digitalen Rauschen", um durch bedachte, qualitätsorientierte und beziehungsorientierte Kommunikation nachhaltige Wirkung zu erzielen und Vertrauen aufzubauen, wie das Konzept in Fachartikeln und PR-Blogs beschrieben wird, zum Beispiel von raraPR oder The Hoffman Agency. 



Warum Reichweite für kleine Unternehmen oft die falsche Währung ist


Viele Marketing-Gurus verkaufen Reichweite als den heiligen Gral. Doch was nützt einem lokalen Entsorgungsunternehmen oder einem spezialisierten Ingenieurbüro ein virales Video auf TikTok?


Es gab 2025 viele virale Beispiele, etwa der Trend, bei dem Azubis ihre Firmen bewusst langweilig in Reels präsentiert haben oder die "Boomer"-Generation in Unternehmen GenZ-Sprache nutzten und damit enorm viel Reichweite bekamen. Aber bereits die nächsten Nachahmer erhielten für ihre Versuche nur noch ein müdes Gähnen. So sind digitale Hypes: Sie ploppen kurz auf und sind dann wieder verschwunden. Und wer erinnert sich noch an die Firmennamen, die diese Trends geprägt haben?


Echte Geschäftserfolge im Mittelstand basieren nicht auf Hypes. Sie basieren auf Vertrauen, Beständigkeit und Expertise. Im Jahr 2026, in dem das Internet endgültig von einer Flut aus generischem KI-Content überschwemmt wird, ist Vertrauen nicht mehr nur ein „Nice-to-have“, sondern die härteste Währung im Wettbewerb. Da Konsumenten täglich mit tausenden Botschaften bombardiert werden, filtern wir radikaler denn je: Nur Marken, die Beständigkeit zeigen und echte, tiefe Expertise beweisen, dringen noch durch den Lärm. Kennst du das nicht auch? In einem Raum aus Menschen, in dem alle durcheinander reden, hören wir am Ende eher denen zu, die nicht noch lauter sind, sondern die klar, ruhig und mit einer verständlichen Botschaft zu uns sprechen. Sie geben uns Halt und Sicherheit.


Das Mantra lautet „Weniger, aber besser“ – und das rechnet sich: Studien (wie etwa das Edelman Trust Barometer) zeigen konstant, dass über 60 % der Konsumenten Marken boykottieren, denen sie misstrauen, während hochwertige, faktenbasierte Inhalte eine bis zu drei Mal höhere Conversion-Rate erzielen als reine Massenware.


Wer 2026 auf Qualität statt Quantität setzt, gewinnt nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern vor allem die Loyalität einer Kundschaft, die sich nach menschlicher Glaubwürdigkeit sehnt.


Eine Strategie, die also nur auf Algorithmen setzt, reicht nicht mehr. Im Gegenteil: Sie mach dich abhängig (auch von Unternehmen wie Meta etc.) Slow PR hingegen macht dich unabhängig (und freier in der Gestaltung deiner Unternehmenskommunikation).


Viele KMUs (wie Recycling-Unternehmen vor Ort oder lokale Handwerker, Dienstleister, Ingenieurbüros) brauchen keine Millionen Views auf TikTok.


  • Falsche Metriken: Ein virales Video bringt einem lokalen Entsorger nichts, wenn die Zuschauer aus Berlin kommen, er aber in Bayern sitzt.

  • Ressourcen-Falle: KMUs haben keine riesigen Marketing-Teams. Der Versuch, jeden Tag drei Reels zu produzieren, führt zu Burnout und schlechter Qualität.

  • Vertrauensverlust: Wenn ein bodenständiges Unternehmen plötzlich versucht, jeden Internet-Trend mitzumachen, wirkt das oft aufgesetzt und unseriös und ist von kurzer Dauer.




Virale Hits sind also eher ein Bonus der Unternehmenskommunikation - super, wenn eine Idee zündet und damit Millionen Menschen erreicht werden. Aber sie sind nicht das Maß aller Dinge. Und ohne Social Media Team ist das auch gar nicht so einfach. Sondern basiert häufig auf viel Glück, zur richtigen Zeit die zündende Idee zu haben und damit den aktuellen Zeitgeist zu triggern. Aber: Digitale Trends sind dennoch, was sie sind: Wunderkerzen. Sie flammen strahlend auf und erlöschen kurz darauf genauso schnell.


Die 4 Säulen einer entspannten PR-Strategie


Wie funktioniert nun Sichtbarkeit ohne täglichen Social-Media-Stress? Hier ist mein Arbeitsansatz für 2026: Slow PR basiert auf Owned Media (als auf deinen eigenen Kanälen), Earned Media (Presse) und Beziehungen, statt auf die Gnade von Algorithmen.


A. Die eigene Website als "Heimathafen" (Content Hub)

Das ist dein stärkstes Asset.


  • Unabhängigkeit: Egal ob LinkedIn den Algorithmus ändert oder Instagram kostenpflichtig wird – deine Website gehört dir. Sie ist dein sicherstes und tragfähigstes Fenster nach außen. Nutze es!

  • Tiefe: Hier ist Platz für "inhaltsstarke Blogbeiträge". Der SEO/GEO-Vorteil: Solche "Deep Dives" werden von Suchmaschinen und KI-Systemen bevorzugt, da sie echte Fragen beantworten und Fachwissen demonstrieren.

  • Funktion: Sie dient als Archiv für das Wissen und die Haltung des Unternehmens.


B. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

In einer Zeit, in der jeder online alles behaupten kann, wird die klassische Presse wieder zum Leuchtturm.


  • Wenn eine Lokalzeitung oder ein Fachmagazin über dein Unternehmen schreibt, ist das Glaubwürdigkeit, die man sich nicht kaufen kann.

  • Das signalisiert: Wir sind gut. Wir sind relevant. Man hört uns zu. Wir sind Experten.


C. Direkte Kommunikation (E-Mail/Newsletter)

Der Newsletter ist der unterschätzteste Kanal im Mittelstand. Der Ansatz: Keine nervigen Verkaufstrichter, sondern echte Geschichten und Einblicke aus dem Unternehmen. Wer dir seine E-Mail-Adresse gibt, hat echtes Interesse an deinem Unternehmen, deinen Produkten oder Dienstleistungen. Nutze diesen Vertrauensvorschuss für reale Verbindlichkeit.


D. Social Media als "Schaufenster der Persönlichkeit"

Die Idee, Trends zu ignorieren und stattdessen "Herz und Nähe" zu zeigen, ist für KMU wie gemacht.


  • Social Media dient hier nicht der Akquise durch Hype, sondern der Bestätigung des Vertrauens. Ein potenzieller Kunde schaut auf das Profil, sieht echte Menschen, sieht aktuelle Beiträge (Konstanz), sieht Prozesse und denkt: "Das sieht ehrlich aus.“

  • Der Ansatz: Wir posten nicht täglich, weil wir "müssen", sondern konstant, wenn wir etwas zu sagen haben. Wir zeigen Haltung, Herz und die Menschen hinter der Firma.



 

So startest du: 4 Schritte für deine Slow-PR-Routine


Wie setzt du das nun im Arbeitsalltag um, ohne das Marketing-Budget zu sprengen oder auszubrennen? Hier ist mein bewährter Fahrplan:


1. Der Blog als Basis (Mensch + KI)


Vergiss den Zwang, täglich „Content“ zu produzieren. Konzentriere dich auf einen einzigen, starken Artikel pro Monat auf deiner eigenen Website.


  • Der Mensch: Schreib über ein Thema, das deine Kunden wirklich bewegt (z. B. „Sicherheitsrisiken bei Akkus“ oder „Neue Normen im Holzbau“). Bring deine echte Erfahrung und Haltung ein. Das kann keine KI kopieren.


  • Die KI als Assistent: Nutze Tools wie ChatGPT, Gemini oder Claude während und nach dem Schreiben.


    • Prompt-Tipp: „Ich habe diesen Artikel geschrieben/dieses Grundgerüst formuliert/diese Basisinformationen aus meiner Branche zusammengestellt. Bitte optimiere den Text für Suchmaschinen (SEO/GEO) auf das Keyword ‚Akkus entsorgen Gewerbe‘, erstelle eine passende Meta-Description und schlage 3 prägnante Zwischenüberschriften vor.“


    • Das Ergebnis: Dein Text behält deine Stimme/deinen Ansatz, wird aber von Google und KI-Suchmaschinen besser gefunden.


    • Extra-Tipp: Analysiere mit Perplexity quartalsweise deine Branche nach News, Trends usw. und nutze die Ergebnisse für eigene Themen, die du mit deiner persönlichen Expertise ausgestalten kannst.


2. Social Media: Qualität vor Frequenz


Hier verlieren die meisten Unternehmen die Nerven. Dabei gilt: Weniger ist mehr, wenn die Substanz stimmt.


Die Frequenz-Regel: Es reicht völlig, 1-2 Mal pro Woche präsent zu sein. Wirklich.


Der Inhalt: Nutze den Blogartikel aus Schritt 1.


Woche 1: Teile den Link zum Artikel mit einem persönlichen Teaser.

Woche 2: Nimm ein Zitat oder einen Aspekt aus dem Artikel und poste dazu ein Foto aus dem Betriebsalltag.

Woche 3: Erzähle eine Kundenanekdote, die zum Thema passt.


Der Effekt: Du wirkst verlässlich und professionell, nicht gehetzt.


3. Presse und Newsletter: Die Kür


Baue deine eigenen Verteiler auf. Das ist deine Versicherung gegen Algorithmus-Änderungen.


  • Für die Presse: Schick quartalsweise eine relevante Information an die Lokalpresse oder Fachmagazine. Journalisten suchen nach echten Experten, nicht nach Werbetexten. Speichere deine gewonnenen Kontakte zu Medienvertreter:innen - sie sind wahrer Goldstaub!


  • Newsletter: Bitte deine Kund:innen um die Erlaubnis, ihnen Newsletter zu schicken. Etabliere E-Mail-.Kommunikation in deinen Workflow und sende einen monatlichen Newsletter (z. B. mit deinem monatlichen Blogartikel) an deine Kund:innen. Füge ein persönliches Vorwort hinzu, nutze die gezielte Ansprache auch für deine Infos und neue Angebote. Das schafft Nähe und Verbindlichkeit.



Häufige Fragen zu Slow PR (FAQ)


Brauche ich für Slow PR ein großes Budget? 

Nein. Es kostet weniger Werbebudget, erfordert aber Zeit für das Erstellen guter Inhalte. Da die Frequenz überschaubar ist, ist auch der Zeitfaktor für kleine Teams machbar.


Dauert es länger, bis man Ergebnisse sieht? 

Ja, der Aufbau von Reputation ist ein Marathon, kein Sprint. Dafür sind die Ergebnisse (Vertrauen, treue Kunden) wesentlich nachhaltiger als ein viraler Hit.


Zusammenfassung


2026 ist das Jahr der Qualität vor Quantität.

  • Weg vom Algorithmus-Sklaventum: Hin zur Menschen-Fokussierung.

  • Weg von der Austauschbarkeit: Hin zur Haltung.

  • Weg vom Lärm: Hin zur Relevanz.


Du willst SLOW PR für dein Business?

Lass uns sprechen und uns herausfinden,

was zu dir und deinem Team passt!


 


​Brinkmann PR

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